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Pressemitteilung vom 15.08.2016

Leserbrief von Dirk Detjen

Seit etwa zwei Jahren ist sich der Rat der Samtgemeinde Sittensen einig, dass das Rathaus in Sittensen abgängig ist. Es wurde ein Gutachten erstellt, das die Dringlichkeit unterstrich. Nachdem im Bauausschuss die Wirtschaftlichkeitsberechnung zur Nutzung des ehemaligen Volksbankgebäudes von der Berliner Firma VBD vorgestellt wurde, herrschte Erstaunen, was ein Umbau kosten würde. Da es sich um ein renommiertes Unternehmen handelt, dass auch an anderen Stellen im Landkreis Rotenburg eingesetzt wurde, hat die CDU-Fraktion keinen Zweifel an der Glaubwürdigkeit des Gutachtens.

Ein Umbau würde nach den neuesten Gesetzen für ein öffentliches Gebäude etwa 2,4 Millionen Euro kosten. Das erscheint recht hoch. Doch weit gefehlt. Grund sind energetische Sanierungen, Brandschutz, Barrierefreiheit und baurechtliche Auflagen wie Deckenhöhen, Treppenbreite und Ausbau der ehemaligen Kundenhalle. Nimmt man den Grundstückskaufpreis von rund 770.000 Euro plus Umbaukosten, würde man ohne Einrichtung auf insgesamt etwa 3,17 Millionen kommen. Man hätte aber nur eine Kompromisslösung im Raumkonzept in einem Gebäude, das in Teilen über 50 Jahre alt ist.

Der gemeinsam mit der Verwaltung noch zu erarbeitende Platzbedarf für die Belange eines modernen Rathauses, dürfte rund 1400 bis 1600 Quadratmeter betragen. Bei Baukosten von zurzeit etwa 2000 Euro pro Quadratmeter (wie im Schul- und Kindergartenbau bewiesen) würde eine Bausumme von 2,8 bis 3,2 Millionen für ein neues Rathaus entstehen. Pro Jahr ist etwa eine Verteuerung von etwa fünf Prozent Preissteigerung je nach Baubeginn und Marktlage einzuplanen. Bei der Variante Volksbank müsste man buchhalterisch den Verkaufserlös des ehemaligen Rathausgrundstücks gegen rechnen.

Natürlich werden Kritiker das Ganze kaputt reden wollen. Ist es aber nicht ehrlicher, vor der Wahl zu sagen was man vorhat? Jetzt von Hinhaltetaktik und Antrag durchpeitschen zu sprechen oder fragen, ob genug Geld da sei, ist ebenso lächerlich wie der CDU vorzuwerfen, Steuergeld zu verschleudern. Wir hingegeben müssen uns vorwerfen, dass wir erst kurz vor der Wahl zu einer Entscheidung kommen wollten. Wir stehen für die Planung eines nützlichen, nicht überdimensionierten und bezahlbaren Rathauses ein.

Wo genau es stehen wird, muss mit in die Planung zur neuen Ortsgestaltung der Gemeinde einfließen. Die CDU-Fraktion favorisiert einen Neubau aus angeführten Gründen. Die vorübergehende Nutzung der Volksbank verschafft Zeit, eine zukunftsweisende Planung für ein noch schöneres, ‚neues Sittensen’ auf den Weg zu bringen. Die Voraussetzungen sind nach Mehrheitsbeschlüssen durch umfangreichen Erwerb von Gebäuden Am Markt durch die Gemeinde und in der Bahnhofstraße durch die Samtgemeinde geschaffen worden.

Wer die Verantwortlichen als Immobilienspekulanten bezeichnet, sollte an die alte Post in Sittensen denken. Da heißt es, die Gemeinde habe geschlafen, als es um den Kauf ging. Es wird alles, was unternommen wird, kritisch unter die Lupe genommen. Das ist gut, nur fair und offen sollte man sein. Über die Samtgemeinderatssitzung vom 4. August wurde oberflächlich berichtet. Nur von einem Schuldenstand von rund 21 Millionen zu berichten, ist einseitig.

Die Samtgemeinde hat seit 2011 etwa 12 Millionen in den Schulbau investiert, um den Standort zu sichern. Der Samtgemeindebürgermeister hat detailliert erläutert, wie sich die Verschuldung zusammensetzt und welche Werte dadurch geschaffen wurden. 2011 war eine Verschuldung von rund 9,5 Millionen mit einem jährlichen Kapitaldienst von rund 930.000 Euro zu leisten. 2016 ergibt sich bei einer Verschuldung von etwa 21 Millionen inklusive 5,2 Millionen Kreditermächtigungen und 4,3 Millionen liquiden Mitteln ein tatsächlicher Schuldenstand von circa 16,7 Millionen mit einem zu leistendem Kapitaldienst von jährlich 1,3 Millionen.

Von 2011 bis 2016 wurden Werte von rund 21 Millionen geschaffen. Ist das nichts? Diese Zahlen hätten aber vorher auf den Tisch müssen. Dass die Bürger nicht gut genug informiert sind, zeigen Leserbriefe, in denen von sieben Millionen Euro für ein neues Rathaus Fantasiert wird. Wir müssen besser aufklären. Dazu steht die CDU-Fraktion zur Verfügung. Zur Handreichung des Ratskollegen Höyns zur weiteren Mitarbeit in der Arbeitsgruppe bleibt zu bemerken, dass wir so Demokratie verstehen. Denn wir alle nutzen unsere Zeit, um gemeinsam das Beste für unsere Börde zu erreichen.

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